„Gute Ausbildung – gute Arbeit!“

Berufschultour „Gute Ausbildung – gute Arbeit!“

Berufschultour „Gute Ausbildung – gute Arbeit!“

Jugendarbeitslosigkeit, Bildungssysteme, Chancen – ein komplexes Problem – verschiedene Antworten

Aktuell ist etwa ein Fünftel aller Jugendlichen in Europa arbeitslos. Obwohl sich die wirtschaftliche Lage zurzeit in vielen europäischen Ländern von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu erholen scheint, sind die Jugendarbeitslosenquoten nach wie vor deutlich über dem Ausgangsniveau vor der Krise. Dabei stehen einzelnen Länder vor unterschiedlich großen Herausforderungen. Die Jugendarbeitslosenquote in Deutschland liegt bei knapp sieben Prozent, im Vergleich – in Spanien bei 48,3 Prozent!

Um Jugendarbeitslosigkeit zu minimieren, werden europaweit verschiedene Lösungsstrategien verfolgt. Diese werden einerseits beeinflusst durch die ökonomischen Rahmenbedingungen wie die (fehlende) Nachfrage nach Arbeitskräften vor Ort. Andererseits sind auch das Bildungsniveau und der Übergang vom Bildungssystem in den Arbeitsmarkt von großer Bedeutung.

Das individuelle Arbeitslosigkeitsrisiko wird maßgeblich durch sozialstrukturelle Merkmale wie Alter, Geschlecht, Migrationshintergrund und insbesondere durch den Bildungsstatus geprägt. Auch institutionelle Gegebenheiten und Unterstützungsangebote vonseiten des Staates und der Interessenvertretung in den Unternehmen bestimmen die Chancen junger Menschen auf einen reibungslosen und nachhaltigen Berufseinstieg.

Eine gute Ausbildung ist die Basis für beruflichen Erfolg. Eine Basis, die sich später im Berufsleben ausbauen lässt, als Grundlage für Aufstiegschancen und gute Bezahlung. Eine Ausbildung ist gut, wenn ihre Qualität stimmt.

ver.di setzt sich für eine hohe Ausbildungsqualität ein – „Gute Ausbildung – gute Arbeit!“

 

Unter diesem Motto hat sich das „Berufschultour-Team“ (Benjamin Böhme, Robin Efing, Teresa Burger, Ekrem Karakurt, Beata Phangthong) auf den Weg gemacht und in den letzten zwei Wochen verschiedene Berufsschulen in Baden-Württemberg besucht. Wir haben uns speziell auf Auszubildende aus den Branchen Spedition und Logistik orientiert (Fachkraft für Lagerlogistik, Kaufmann/Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung, Fachkraft für Kurier-, Express- und Paketdienst, Kraftfahrer).

 

Wir konnten im Unterricht (je ca. 1 - 2 Unterrichtsstunden) die Schüler über die Arbeitswelt, Ausbildung und Berufsleben informieren, unsere Gewerkschaft vorstellen und für die Mitgliedschaft überzeugen.

Junge Menschen brauchen in den Schulen und Berufsschulen mehr Aufklärung über die Arbeit von Gewerkschaften… Es war eine hochinteressante Erfahrung, die gezeigt hat – in den Betrieben in denen Interessenvertretung aktiv ist, sind die Azubis geschützt und die Ausbildung ist qualitativer. Dort wo Gewerkschaften oder Betriebsräte nicht aktiv sind oder gar nicht existieren – werden die Auszubildende „ausgebeutet“.

Das Berufsbildungsgesetz regelt, welche rechtlichen Mindestanforderungen Ausbildungsbetriebe erfüllen müssen. Etwa dass sich an die Ausbildungsrahmenpläne der einzelnen Berufe halten. Voraussetzung dafür ist, dass vom Betrieb ein geeigneter geprüfter Ausbilder bestellt wird. Doch viele Betriebe halten sich nicht daran. Viele Auszubildende müssen monatelang einfache Tätigkeiten ausüben, anstatt sich dem Ausbildungsinhalt zu widmen! Oft werden sie zu Überstunden oder Samstagsarbeit gezwungen etc.

 

Definitiv haben wir Interesse für ver.di geweckt und hoffen, dass durch die Schulbesuche, mehr Auszubildende sich ver.di anschließen werden, um endlich bessere Bedingungen in ihren Berufen durchzusetzen. Die Aktion wird fortgesetzt. Mit den jeweiligen Schulen haben wir Folgetermine vereinbart. Die Kontinuität ist unser Erfolgsrezept!

 

Berufschultour „Gute Ausbildung – gute Arbeit!“ ver.di Berufschultour „Gute Ausbildung – gute Arbeit!“
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